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unser Tagebuch
Unser Tagebuch:
Jede Woche gibt es hier eine kleine Geschichte von uns oder über uns. Die Geschichten sollen auch einen Einblick in unseren Laden geben, der ja nun schon seit über 30 Jahren existiert, und in dem, Gott-sei-Dank, immer noch "der blanke Wahnsinn in Form von Individualität " herrscht. Denn nur so macht es uns Spaß. Viel Vergnügen bei der Lektüre.
Montag, 8.3.2010
Frühling läßt sein blaues Band
wieder flattern durch die Lüfte
So beginnt es bei Eduard Mörike. Bei uns begann das Wochenende wie im Januar: also nochmal von vorne und mit Schnee und Eis satt. Nun gut, der meteorologische Frühling begann schon am 1. März, und das wäre ja nun völlig daneben. Der kalendarische und astronomische Frühlingsanfang liegt dieses Jahr auf dem 20.März, und da, ganz genau, Punkt 18:32 MEZ.
Süße, wohlbekannte Düfte
streifen ahnungsvoll das Land
Naja, es ist ja noch ein wenig hin bis zum 20sten, aber ob das Wetter so das Ruder herumreißen kann? Das wird spannend. Oben auf den Bergen ist ja erst jetzt die Skiwandersaison eröffnet, aber bitte mit Blick auf die Lawinen. Und eine Vierergruppe von uns ist am Samstag abend durch den Schneesturm zum Schlafsacktest auf den Zwieselberg bei Bad Tölz gestapft.
Veilchen träumen schon,
wollen balde kommen
Heute morgen gab es eine Menge Schnee wegzuschieben und Eisplatten abzustreuen. Weniger wegen den Veilchen, die nach oben ans Licht wollen, eher wegen der Fußgänger, die in den letzten Wochen schon genug Gipsabdrücke nehmen lassen mussten. Ein doppelter Rittberger, schön eingelegt an der Bushaltestelle, und im Abschluß noch ein Doppelaxel mit ausgekugelter rechter Schulter.
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's! Dich hab ich vernommen!
Ein zartes LalüüüLalüüü erreichte am Sonntagabend mein Ohr durch die dicken Schneeflocken. Kurz vorher war es noch ein Geräusch gewesen wie ein Rrrrrrschschbunkkkk, mit hellem Glasbruch gemischt. Das war wieder einer von den ganz Forschen, die immer behaupten, sie könnten halt als einzige bei Schnee gut Autofahren. Naja. Zum Glück nur Blechschaden.
Und jetzt ist es gut, weg mit dem Schnee, sonst wird er noch zum Firn!
Montag, 1.3.2010
Hand vor den Mund!
Der Husten ist ein Übel, das gerade in dieser Jahreszeit sehr verbreitet anzutreffen ist. Einer bekommt ihn vom anderen geschenkt, auch, wenn er den Zwerchfellerschütterer gar nicht möchte.
Der Onkel Doktor, nicht der Bruder Doktor oder Vater Doktor, nein, der Onkel Doktor hört dann am Rücken ab, hustet selber, und verschreibt Schleimlöser und Lindenblütentee.
Und genau deshalb fällt heute das Tagebuch auch so kurz aus. *Hust*
Montag, 22.2.2010
Türkentrank
"Laß doch vom Türkentrank, er macht dich blass und krank" heißt es in einem Kinderlied. Dahinter steckt die nachgewiesene Legende, die Türken hätten bei der Belagerung Wiens 500 Kaffeesäcke hinterlassen und somit die Kaffeekultur in Europa geprägt.
Der Kaffee kommt aus der Region Kaffa in Äthiopien, nahm seinen Weg durch Arabien, und europäische Kaffeehäuser gab es nicht erst seit der Belagerung von Wien im Jahre 1683, sondern schon ab 1645 (Venedig) und in der Folge in ganz Europa, ausgehend, wie es bei so neumodischem Glump immer ist, von den großen Hauptstädten, dann auch in der Provinz.
Inzwischen fand die zweite Kaffeeinvasion aus Amerika statt. Was ab 1949 ein Hamburger Kaffeebohnenimporteur mit kleinen Stehtischchen vormachte, wurde von den "Sternendollars" in großem Stil perfektioniert. Die hanseatischen Nachfolger der Herren Tchiling und Herz hingegen stürmen inzwischen schon die Baumärkte mit Sonderregalen voller Kleidung, Geschenken und sonstigen Dingen. Da kann frau stöbern, während mann in der Werkzeugecke sitzt.
Der Kaffee hat eine gewisse Eigendynamik entwickelt. Kein Büro ohne Kaffeeduft, zuhause eine Kaffeemaschine der jüngsten Generation. Was aber soll der arme Kaffeegenießer unterwegs auf der Wanderung oder der Reise machen, wenn ihn die Sucht überfällt?
Für den Wohnmobilisten haben wir ja bisher schon eine Menge anzubieten: vom einfachen Kaffeesieb über die einfache italienische Espressomaschine für die Herdplatte bis hin zur Bellmann mit Aufschäumer und Manometer.
Nun haben wir, ganz neu, die "handpresso" Geräte. Wer gerade die Zeremonie der Zubereitung an der Kaffepause schätzt, dazu die geschmacklichen Feinheiten zu schätzen weiß, der sollte sich die Sachen einmal anschauen. Die Handpressos gibt es als Variante für Kaffepads (aber die aus umweltfreundlichem Papier !!!), oder für Kaffeepulver, und, als Krönung, im noblen Set mit Tassen und Thermosflasche fürs heiße Wasser. Soviel Luxus hat natürlich seinen Preis. Zum Trost sei gesagt, daß auch ohne diese Geräte, die wir demnächst auch in unserem mailing vorstellen, eine Wanderung zu einem schönen Erlebnis wird.
Montag 15.1.2010
In der Werbefalle
In einer Zeit, in der das Wort nichts mehr gilt, und auch alte Lottogemeinschaften am besten notariell beurkundete Absprachen treffen sollten, in so einer Zeit hat man es mit der Werbung schwer, vor allem, wenn man ehrlich sein will.
Man kann es noch so aufrecht meinen und sagen, die üblen Finten der Branche sind eben in aller Munde. Das Hotel mit Meeresblick steht zwar in Sichtachse, aber 10km vom Strand entfernt. Und das dort gebuchte Zimmer ist ja nicht das ganze Hotel und bietet daher auch ganz korrekt nur den Ausblick auf das angrenzende Industriegebiet. Die Hühnersuppe wirbt mit starkem Huhn-GESCHMACK, Huhn an sich ist wohl keins mehr drin? Was soll der Mensch da noch glauben? Regieren nur noch Gier und Profit?
Mitunter wird der Kunde auch direkt angesprochen, doch selbst zu testen. Er soll sich etwa ein paar Minuten in eine Kältekammer stellen, das bringt zwar nicht viel an fundierter Erkenntnis, ist aber ein netter Gag. Oder im Elektromarkt auf ein Knöpfchen drücken, und die Einschaltzeit mitzählen. Oder ein paar Kekse testessen und bei Nichtgefallen zurückschicken.
Und hier schnappt die Werbefalle für uns zu: auch wir testen. Jedes einzelne Produkt wird von uns in der Praxis getestet. Und mit unseren Kunden testen wir 3 Tage in Eis und Schnee auf unserem Wintertreffen. Auch wenn das für uns eine ganz andere Qualität hat, auch wenn wir das seit über 30 Jahren so machen, wir können reden, wie wir wollen, wir müssen durchs Meinungsfilter. Ahaaaaa, so machen die das, Kundenbindungsförderung, Eventmanagement, ganz modern sogar die Anrede per Du. NEIN, bei uns wird schon seit 1978 geduzt!
Einem sehr großen Softwarekonzern wirft man vor mit Bananen zu handeln, also seine Produkte beim Kunden reifen zu lassen und dadurch Entwicklungskosten zu sparen. Ob das so stimmt, kann ich nicht beurteilen, aber richtig ist: wenn es an Fachkräften mangelt, bleibt ja auch nichts anderes übrig. Pro 300qm genüge ein Verkäufer, so sagt die reine Lehre....
Der Einkäufer eines sehr großen Sportausrüsters muß sich kürzlich arg geplagt haben, ehe er zur Formulierung griff: "Softshelljacke aus 100% Baumwolle". Da Softshell kein definierter Begriff ist, kann man rein rechtlich sicher auch einen Badeanzug begrifflich darin unterbringen. Was sich der Erfinder des Namens dabei dachte, und was der Käufer eines Produktes mit dieser Bezeichnung eigentlich erwarten darf, das liegt hier weit auseinander. Auch im Preis. Es macht unterm Strich halt keinen Sinn, einzig und allein in, von mir aus, Shanghai jedes Fabriktor und jeden Großhändler persönlich zu kennen, aber von der Ware selbst keine Ahnung zu haben.
Wir testen selbst! Wir testen in der Praxis! Wir sehen uns auf Messen und bei Besuchen der Hersteller in unserem Hause gerne die Neuheiten an. Gerade haben wir ganz aktuell die ISPO durchgekämmt. Aber dann wird alles, etwa eine Jacke, auch im täglichen Leben benutzt. Nur so kommen die Nachteile ans Licht. Die stramm sitzende, ultraflache und modisch hoch aktuelle Jackentasche. Steck mal Deinen Schlüsselbund rein. Und dann zieh ihn wieder raus: AUA. In einer weiten Tasche läge der Schlüssel unten drin, locker und mit viel Platz. Im engen Täschlein steckt der Schlüssel aufrecht fest. Und beim schnellen Griff in diese Tasche steckt dann schmerzhaft ein flacher Schlüsselbart zwischen Fingernagel und Nagelbett!
Und jetzt wieder an den neuen Katalog. Er wird wie jedes Jahr im Mai kommen. Und er wird alles falsch machen, alles ganz anders als die Marketingleute fordern. Er kommt nicht mit dem Jahreswechsel, er kommt im Mai, wenn wir die Neuheiten nicht nur als Musterstücke, sondern als Serienware prüfen konnten. Er hat viel zu viel Text und keine Fotomodelle in Traumlandschaften. Die Texte und die Rechtschreibfehler stammen von uns, nicht vom Texter. Der Katalog nennt sogar handfest die Nachteile, auch wenn man nach der aktuellen Lehr-Meinung über einen Artikel ja nichts Negatives schreiben darf.
Und es wird, wie schon erwähnt, seit 1978 im Katalog (und im Laden) geduzt, obwohl das mittlerweile auch ein Marketing-Gag geworden ist. Wir hoffen, daß unsere ganzen Mühen nicht vorschnell von denen, die uns noch nicht kennen, als durchschaubares Marketingtheater abgetan werden.
Wer uns aber schon kennt, der weiß es doch besser! Bitte weitersagen :-))
Montag 8.2.2010
vom Muskelkater
Als der Tagebuchschreiber noch zur Schule ging, da war es die Milchsäure, die sich beim Sport im schlecht durchbluteten Muskel anlagerte und am nächsten Tag für Schmerzen sorgte. In der Zwischenzeit wurden allerdings zigtausende, wenn nicht Millionen neue Doktorarbeiten geschrieben, und somit steht heute fest, daß die Geschichte mit der Milchsäure nicht stimmt, auch wenn manche wegen dieser Flüssigkeit auch Muskelkatarrh sagen.
Unter dem Elektronenmikroskop offenbart sich der Schuldige: die sogenannten Z-Scheiben. Diese Verbindungselemente in der Struktur der einzelen Muskelfasern reißen ein, wenn der Muskel überfordert wird. Dann entzünden sich die kleinen Risse, der Muskel schwillt durch Wassereinlagerung leicht an, die Stimmbänder erzeugen Klagetöne.
Dagegen kann man auf die Schnelle wenig machen, denn auch die Dehnübungen sind nutzlos was die Vermeidung des Muskelkaters angeht. So jedenfalls sagt es ein Feldversuch. Hinterher hilft bei dem Einen Wärme, bei dem Anderen saurer Traubensaft oder ähnliche Antioxidantien.
Vorbeugend hilft eigentlich nur, die Muskeln zu trainieren und grobe Überbelastungen zu vermeiden. Wer etwa die ganze Woche mit dem Auto zum Briefkasten fährt, aber am Wochenende eine ausgiebige Schneeschuhtour macht, der kann sich auf einen Muskelkater, ach was, auf einen Muskeltiger gefasst machen.
Aber alles geht wieder vorbei und kommt ins Lot. Und es ist doch schön, wenn der Schmerz wieder nachläßt! Und in 2-3 Tagen ist alles wieder vorbei. Davon bin ich überzeugt. Aua!
Dienstag 2.2.2010
Der Test im Schnee
Es kam so wie vorhergesehen: Schnee satt, ganze Berge von Schnee, Schnee vom Freitag bis zum Sonntag.
Ideales Wetter, um Zelte und Schlafsäcke auszuprobieren. Eine Bombenstimmung, eine steile Bergstraße wurde fast zur Rodelbahn und nur mit Ketten bezwungen, die Band heizte ein, Katha und Lars (mit einem Fuß noch fast im Flughafen) kamen auf die Minute von ihrer Weltreise zurück. Der Elch hat geschmeckt!
All das Erlebte wird natürlich in den nächsten Wochen "netzgerecht" aufgearbeitet und auf unsere Wintertreffenseite gestellt. Die ersten Links zu Photos vom Treffen wurden uns schon Sonntagabend zugemailt und finden sich zunächst unter dem Schneekettenzeichen direkt auf unserer Homepage-Eingangsseite. Vielen Dank an Sascha, unseren Stammsanitäter, unter dessen Link seine Bilder der letzten Jahre ebenfalls erreichbar sind.
So urig und gemütlich geht es nicht immer zu, wenn wir testen. Um einen Zelthäring in die verschiedensten Untergründe zu klopfen und dabei sein Verhalten zu sehen, müssen wir keine 350 Personen einladen, das macht einer von uns auf der nächsten Radltour und berichtet den anderen per Foto. Manchmal ist es ein trockener Job hinter Meßgeräten, manchmal ein eher langweiliges Abarbeiten einer Pflichtenliste, manchmal ein spannendes Unterfangen. Und das Wintertreffen gönnen wir uns und Euch als kleinen jährlichen Höhepunkt im Januar. Es ist aber immer abwechslungsreich und niemals umsonst. Diese ganzen Tests, vor allem in der Praxis, sind mit ein Grundpfeiler unserer Beratung. Das Detail kennen und die Übersicht nicht verlieren.
Ab Samstag, 13. Februar 2010 können, wie jedes Jahr, im Münchner Laden die Testschlafsäcke mit einem guten Abschlag erstanden werden. Eine gute Möglichkeit mit wenig Geld an einen prima Schlafsack zu kommen.
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Dienstag 26.1.2010
Kälte und Schnee zum Wintertreffen erwartet
So, wie es im Moment aussieht, werden wir am Wochenende Schnee und Kälte satt haben. Gerade recht für unser Wintertreffen. Wir werden Schlafsäcke, Zelte und Kocher und sonstige Ausrüstung in der Praxis mit 350 Leuten testen können.
Es wurde aber auch mal wieder Zeit, daß ein richtiger Winter Einzug hält. In der Zeitung meinte ein Wetterkundler, in den letzten Jahren habe die Windrichtung von West nach Ost gezeigt, heuer (und immer, wenn es richtig Winter wird) käme der Wind aber aus dem Osten.
So wie der Rodel und die Ski zum Winter gehören, so gehört auch der quergestellte LKW zum Schnee-Programm. Nein, ich will jetzt nicht zum Lastwagenchauffeur-Bashing schreiten. Außer bei vielleicht jenem verpennten, österreichischen Vollpfosten, der mit seinem 40 Tonner meinen Bruder letzten Montag abends von der Autobahn geräumt hat. Gott sei Dank nur Blechschaden. Ein Lob auf jene Kapitäne der Landstraße, die noch eine Berufsausbildung zum Berufskraftfahrer und Verantwortungsbewusstsein haben, und dazu noch einen Disponenten, der eine sittliche Eignung für diesen Job aufweisen kann.
Ich wünsche allen Teilnehmern unseres Wintertreffens eine schöne Anreise und viel Spaß beim Wintertreffen!
Nächste Woche kann es auch Dienstag werden, je nachdem, wie spät der Tagebuchschreiber wieder zuhause ankommt.
Montag 18.1.2010
Haiti
Heute ist mir nicht nach Tagebuch schreiben. Ich möchte auch nicht groß darüber reden, es wird in allen Medien schon genug darüber geredet. Die Ärmsten der Armen hat es wieder mal erwischt.
In den letzten Tagen hörte ich neben der Verzweiflung auch recht oft die Skepsis heraus, ob das Spendengeld denn auch immer ankäme. Auch wenn wir zu den reichen Nationen gehören, heißt das nicht, daß wir alle im Reichtum schwimmen. So mancher kommt gerade über die Runden beim Lebensunterhalt für die Familie, Miete zahlen, Studiengebühren, Lebensmittel, und so weiter und so fort. Lohn, Kurzarbeitergeld, Bafög oder Rente sind da schnell weg. Da ist es schon interessant zu wissen, wo die Spende hingeht. Zu einer Einschätzung gibt es seriöse Quellen:
Der MDR (=Mitteldeutscher Rundfunk) hat hier eine Seite über den Spenden-Tüv zusammengestellt. Aus meiner persönlichen Erfahrung glaube ich, auch Ärzte ohne Grenzen empfehlen zu können.
Montag 11.1.2010
Nur noch den Kopf geschüttelt
Gestern nachmittag testete ein Privatsender Daunenjacken. Zwischen der vom Zuschauer stets bestens durch die Telefongebühren finanzierte Rätselfrage, ob ein Einkaufscenter nun a) Kathedrale oder b) Mall heiße, wurde hart getestet.
2 Damen und 1 Mann traten auf, und ihre 3 Daunen-Jacken der Preisklassen 150.-, 300.- und 600.-€ wurden kurz vorgestellt. Alle 3 Tester setzten sich in eine Kältekammer und wurden mit einer Wärmebildkamera aufgenommen. Die 600er macht das Rennen. Klar, was denn sonst? Das Mädel mit der 150er flieht als Erste, den beiden anderen wird es langweilig, weshalb die Punkte geteilt (!) werden. Was wurde hier getestet? Das Sitzfleisch der Tester?
Und da geht es schon los: seit über 30 Jahren stellen wir auf unseren Wintertreffen beim Testen fest, daß Damen mit großer Mehrheit schneller frieren als Herren, was mit dem Grundumsatz zusammenhängt. Nun sitzt also gerade der Testmann in der arktisfesten 600.- Euro Jacke ruhig und zufrieden in der Testkammer. Das Mädel in der 150er friert bald.
Ab jetzt wird es nur noch blöd: die Tester werden durch eine Auto-Waschanlage geschickt, vor ein Gebläse gestellt, müssen Gymnastik machen, denn dabei soll die Bewegungsfreiheit geprüft werden, und zum Schluß geht es beim Skifahren ordentlich zur Sache. Das Mädel mit der billigsten Jacke fühlt sich pudelwohl, abgesehen vom "Bündchen", bei soviel Bewegung hätte ein Pulli wohl auch genügt, der junge Mann im Arktisanzug kollabiert fast mit gefühlten 45 Grad und Schweißausbrüchen.
Dann ist der Blödsinn zu Ende, und Punkte werden verteilt: der goldene Mittelweg gewinnt. Was soll so ein Quark? Kältekammern sind für jene, die nicht wissen, was Kälte ist, oder sich im Sommer mal erfrischen wollen. Einen Schlafsack kann man in diesen CO2-Schleudern ohnehin nur über Nacht mäßig testen. Mäßig deshalb, weil es halt ein Unterschied ist, ob der Wind pfeift, die Luftfeuchtigkeit variiert, und ob Du von der Tagesbelastung ausgepowert bist.
Wer bei uns eine Daunenjacke kaufen möchte, bekommt erst einmal eine richtige und fundierte Information über Daunen, wird, so er es wünscht, über den Unterschied von Volumen- und Gewichtsverhältnis aufgeklärt, erhält Informationen zum Stützfedernanteil, und erfährt die Vor- und Nachteile der teuren 90/10er Füllungen.
Im nächsten Schritt wird er gefragt, wofür er denn die Jacke braucht. Und dann wird ihm aus unserer Erfahrung heraus das passende Stück vorgeschlagen. Was soll ein Snowboarder mit einer Arktisjacke? Was braucht ein am Lift stehender Mitarbeiter der Seilbahn, der zur Kartenkontrolle keine Rumpfbeuge macht und keinen Salto schlägt, aber in den dünnen Jäckchen hundsgemein friert?
Unsere Tests sind praxisnah und halt nicht so fotogen und hübsch aufgemacht mit Bilderteppich, Musik und Modellen, aber unsere Tests sind realistisch und durchdacht. Und in der Waschanlage wird das Auto gewaschen.
Montag 4.1.2010
Hineingerutscht
Im wahrsten Sinne des Wortes, auf glatten Straßen und Gehwegen, aber gottseidank nicht ins nächste Auto hinein.
Wobei der Sylvesternebel schon vor dem Zünden der Knaller auf der A99 bei München eine Sichtweite von 1 (in Worten EINEM) Meter lieferte. Und unser Unterwäschetester berichtete von der Zugspitze von tagsüber minus 14 Grad, aber dank des harschen Windes gefühlten minus 30.
In einigen Straßen wurde locker eine komplette Tagesproduktion eines Feuerwerksherstellers verfeuert. Meist punktuell vor Gastwirtschaften, nach dem Motto, je kleiner die Kneipe, desto größer der Abfallhaufen.
In der Zeitung war von zerfetzten Daumen und tragischen Unfällen zu lesen. Und von Elena: seit dem 1.1.2010 müssen wir die Fehlzeiten unserer Truppe durch Krankheit oder Streik an den Staat zusammen mit dem Lohn an die neue Datenbank melden. So will es das Gesetz! Ordentliche Mehrarbeit und Mehrkosten durch neue Software, denn der Mittelstand will ja gefördert werden. Am Besten aber, daß nun noch nachgekartet wird, weil diese Stümpertruppe nun doch nicht alle Informationen möchte, die Sammelwut wohl gar gegen das Grundgesetz verstößt. Jetzt auf einmal? Wo waren denn die Bedenken beim Durchwinken dieses Gesetzes? Jetzt wird erst mal Arbeit verteilt, dann die Daten eingesammelt, und am Ende war es wohl umsonst? Sicher nicht, die Daten werden schon in den "richtigen" Händen landen!
"Die Woch fangt ja scho guat o", hat der Räuber Kneißl bei seinem Urteil gesagt. Eine wahre Geschichte und ein bayrischer Volksheld gegen die staatliche Allmacht und Ungerechtigkeit. Als Buch, als Film im Kino, aber auch als DVD empfehlenswert! (Gibt es sogar mit hochdeutschen Untertiteln!)
Bis nächste Woche! Die Vorbereitungen fürs Wintertreffen laufen auf Hochtouren!
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