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unser Tagebuch
Unser Tagebuch:
Jede Woche gibt es hier eine kleine Geschichte von uns oder über uns. Die Geschichten sollen auch einen Einblick in unseren Laden geben, der ja nun schon seit 1978 existiert, und in dem, Gott-sei-Dank, immer noch "der blanke Wahnsinn in Form von Individualität " herrscht. Denn nur so macht es uns Spaß. Viel Vergnügen bei der Lektüre.
Montag 30.8.2010
Kanadische Winter
meist sind sie traumhaft, nur wenn olympische Winterspiele ausgerichtet werden, dann kann ein warmer Südwind für Schneelosigkeit sorgen. Andererseits sollte man aber auch in Kanada nicht zuviel Schnee in einer Küstenregion erwarten, die vom Pazifik und seinen warmen Meeresströmen so verwöhnt wird, daß man das ganze Jahr Golf spielen kann.
Im Landesinnern hingegen sind, wir erinnern den Erdkundelehrer und das Landklima, wahre Schneeberge und Kälterekorde für dieses Land typisch. Ganz abgesehen vom hohen Norden in der Polarregion.
Wie komme ich da drauf? Ganz einfach, gerade heute morgen sind die ersten Canada Goose Jacken eingetroffen. Die aus Film und Fernsehen berühmte Kultjacke, die bei uns im tiefen Winter auch schon mal für einen Hitzestau bei modisch orientierten Discogängern gesorgt hat.
Wir importieren diese Jacken direkt aus Kanada. Die Stadtmodelle mit etwas weniger Daune drin und die Expeditionsmodelle für alle Polarforscher, Hüttenwirte, Liftpersonal, Weihnachtsmarktverkäufer oder für alle, die endlich einmal nicht frieren wollen.
Wir bekommen ein Jahres-Kontingent, und wenn es weg ist, ist es weg. Nachbestellungen gibt es erst im nächsten Jahr. Daher gilt: wer zuerst kommt.......
Ab sofort sind schon ein paar Modelle auf Lager, und wir rechnen damit, daß in den nächsten Tagen der Rest kommt. Nur eines ist sicher: wenn es im Januar dann richtig Winter wird, sind die Jacken meist schon alle wieder weg.
Mittwoch 25.8.2010
Rucksack oder Schulranzen?
Der Tagebuchschreiber ist wieder zurück, das Grabner Holiday Boot war Spitze!!!
Aber kaum wieder im Lande fällt mein Bick auf den Zeitungsberg im Postkasten, und dort verbeißt er sich in der Geschichte: "Keine Rucksäcke für Schulkinder". Den Gedanken müsse man sich aus dem Kopf schlagen. Aua! Anscheinend hat die Schulranzenfabrik eine PR Aktion gestartet, der ich hier aber einmal entgegentreten möchte!
Natürlich hat der zitierte Orthopäde recht, daß labbrige Stoffsäcke mit 2 Schnüren, vom Discounter für 2.99 angeboten, keine Alternative für einen Schulranzen sind. ABER!
Ganz Skandinavien schickt die Kinder mit Rucksäcken auf den Weg. Richtigen Rucksäcken und keine Billigware. Rucksäcke mit ergonomischem Schnitt, leichtem Tragesystem, breiten, mitunter auch weich gepolsterten Gurten. Dazu helle Farben und Reflexstreifen. FjällRäven und Bergans sind hier seit Jahrzehnten Vorreiter.
Wichtig ist es auch, das Kind nur mit einer Last von maximal 10 bis 12% seines Körpergewichts loszuschicken. Und hier sind die Lehrer gefragt, nicht die Eltern! Die Eltern können nur nachhaltig und laut beim Lehrkörper meckern, und zudem schauen, daß nicht schon der klassische Schulranzen / Tornister schon schwerer ist als die 10%......
8.8.2010
leere Seiten im Tagebuch:
Der Tagebuchschreiber hat Lust auf einen einen Bootstest mit dem Grabner 2er Kajak "Holiday" und macht dann auch gleich solche für 2 gute Wochen, also: weiter um den 23./24. August und dann immer wie gewohnt jeden Montag
Montag 2.8.2010
Barfuß
Einer der ganz großen Nuschler des deutschen Films hat einen gleichnamigen Film als Hauptdarsteller, Regisseur und Produzent abgeliefert. Nein, nicht Theo Lingen, sondern Til Schwaiger.
Eine posttraumatische Belastungsstörung veranlaßt in diesem Streifen die Protagonistin zum Barfußlauf. Und eben solche Streßsituationen sollen durch Barfußlaufen auch außerhalb der Kinowelt abgebaut werden können.
Es gibt Barfußpfade für Anfänger und Barfußbergtouren für Fortgeschrittene, im letzteren Falle wohl immer noch sinnvoller als Halbschuhe und Stöckelgeräte.
Wer barfuß läuft, der erdet sich, so heißt es. In der Realtät erdet er sich natürlich auch mit Kaugummi, Hundescheiße, Lungenauswurf und jeder Menge Diesel und Staub. Dazu piekt noch jedes noch so kleine wegfällige Körnchen.
Und genau da setzen die Five Fingers an. Eigentlich müßten die Teile ja Fünf Zehen heißen.....
Zitat des Herstellers: "Der Fuß und die Zehen sind frei beweglich und passen sich perfekt an den Untergrund an. Die Sensibilität und Beweglichkeit unserer Füße lässt uns barfuss sicherer und leichter laufen. Dabei arbeiten alle Muskeln und Gelenke mit. Der Fuß wird lebendiger, kräftiger und weniger verletzungsanfällig".
Fazit: Das hat uns interessiert! Die "Zehenschuhe" wurden von uns getestet und ins Programm aufgenommen. Noch diese Woche sollen sie im Münchner Laden eintreffen. Allen, die sich auch mal auf etwas Ungewöhnliches einlassen wollen, ruft der Tagebuchschreiber zu: bis Samstag!
Montag 26.7.2010
Vom Spaß und vom Tod
Es ist nicht das erst Mal, und es wird auch nicht das letzte Mal sein, daß mitten im Spaß der Tod kommt.
Ob beim Bergsteigen, beim Baden oder Tauchen, im Schweizer Gletscherexpreß, im Flugzeug, auf der Autobahn, oder sonstwo, so wie beim großen Loveparade Festival .
Im Falle Duisburg ist nun viel zu hören und zu lesen. Der Tagebuchschreiber war nicht dabei und kann daher und wird daher hier auch keine Beurteilung abgeben, die ihm gar nicht zusteht.
Unsere Gedanken sind bei denen, die in Trauer zurückgeblieben sind, und bei denen, die physisch oder psychisch verletzt wurden.
Montag 19.7.2010
Bahnsurvival
Wer sich in diesen Tagen aufmacht, die Republik per Schiene zu queren, dem seien Gurkengläser angeraten. Wieso? Nun, während manche Klimaanlagen gnadenlos bis zur Lungenentzündung herunterkühlen, sind die Frischespender der Bahn nicht für sommerliche Temperaturen ausgelegt.
Das läge daran, so ein Sprecher, pardon, ein Schwätzer der Vorstandschaft, daß man bei der Planung nicht glaubte, daß in Deutschland 35 Grad Celsius jemals überschritten würden. So wie etwa am 2. Juli 1952, als es in Gießen 38 Grad hatte.
Oder 40,2 am 27.Juli 1983 im bayrischen Gärmersdorf. Und so weiter seit Aufzeichnung der Temperaturwerte.
Jetzt bekommen die Zugbegleiter vom Staatsanwalt wohl Post, die Schlipsträger auf den hohen Posten lassen sich von den eigenen Anwälten aus der Schuld herausargumentieren. Das Ganze ist nur noch unglaublich peinlich.
Jeder hilft jetzt mit so gut er kann: die Sanitäter und Notärzte mit Wasser, Umschlägen und Infusionen, die Unternehmenssprecher mit Gebrabbel, der Staatsanwalt mit Ermittlungen und Anzeigen. Und der Tagebuchschreiber mit einer Glosse.
Und diese Woche soll es wieder recht warm werden. Als Bahnkunde gilt somit: luftig anziehen, mehr Wasser als Bücher mitnehmen, und eingelegte Gurken, denn die sind wässrig, durstlöschend und salzig, also genau recht für viel heiße Luft.
Montag 12.7.2010
Mein lieber Dr. med. Karl Lauterbach von der SPD,
Den Kassen muß, so die Zusammenfassung Ihrer Aussage, verboten werden, Homöopathie zu bezahlen.
In einer Gesellschaft, in der anscheinend und auf den kurzen Blick immer nur der erste Platz, der höchste Umsatz, die nachweisbarste Breitenwirkung und der größte Schwätzer etwas zählen, mag das selbstverständlich sein.
Und eine Partei, die einmal dachte, sie wäre der Sammelort der Arbeiterklasse, der tut es wohl auch gut, mal wieder in die Schlagzeilen zu kommen, nachdem die Vorzeigelinken sich schnöde abgesetzt und die Lehrer und Intellektuellen großteils zu den Grünen übergelaufen sind.
Als Mediziner sollten Sie aber wissen, daß an den Nebenwirkungen der von Ihnen so geliebten Pharmaprodukten bis zu 16 000 Menschen pro Jahr sterben.
Vielleicht sind Sie aber auch schon zu lange aus dem Beruf, um die große Akzeptanz der sogenannten komplementären Behandlungsmethoden gerade in jüngerer Zeit zu kennen.
Placebo Effekt als Erklärung? Na und? Effekt ist Effekt, und wer heilt, hat recht!
Lassen wir bitte den immer zitierten akuten Blinddarm und die lebensbedrohende Lungenentzündung außen vor. Nehmen wir doch mal die kleinen oder auch die Langzeitbeschwerden, die sogenannten austherapierten Fälle, die dann gerne den Homöopathen überlassen werden, worauf diese dort gute Erfolge nachweisen können.
Ist Ihnen die Gesetzmäßigkeit des Kapitalismus so fremd, daß Sie wirklich glauben, die privaten Krankenkassen würden seit Jahren diese Methoden bezahlen, weil sie zuviel Geld haben? Das Gegenteil ist der Fall: so mancher Patient wird alternativ und damit preiswerter geheilt.
Heute aber wird in guter, katholischer Zwangsbekehrungstradition das jahrtausendealte Wissen der z.B. Araber und Chinesen, aber auch unsere eigenen Wurzeln, als mittelalterlich und untauglich von der Bühne gekehrt. Einen Kräutertee oder ein Medinait©-Schlückchen? Quarkwickel oder Antiabschwellcreme beim umgetretenen dicken Knöchel?
Herr Dr. Lauterbach, wenn Sie sich wirklich ins Buch der "Gechichte" eintragen wollen, dann sorgen Sie doch bitte dafür, daß bei uns die Medikamente das Gleiche kosten wie in den Niederlanden oder der Schweiz! Fragen Sie doch mal bei den Lobbyisten, warum das nicht geht, und wir in Deutschland teilweise 40% mehr fürs gleiche Medikament bezahlen müssen.
Vielleicht habe ich jetzt ein wenig zu fest und polemisch ins Klavier gegriffen, aber Ihre in der Presse zugänglichen diesbezüglichen Aussagen gemahnen an den alten Spruch: auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil!
Nichts für Ungut.
Montag 5.7.2010
Tor! Tor! Tor! Tooooor!
Ein Sportjournalist (ich verschweige hier rücksichtsvoll seinen Namen) rief noch am Samstag morgen in der Wochenendausgabe zu mehr Realitätssinn auf: wie könne man denn auch nur im Entferntesten erwarten, daß unsere junge Mannschaft gegen die Argentinier bestehen könne!
Den Sonntag hat der Herr sicher an einem Montagstext gefeilt. 4:0, ja, nicht einmal ein Ehrentor haben sie ihnen vergönnt, so ein Nachbar. Andere Zuschauer des Spieles haben am Sonntag sicher die heißeren Stimmbänder gepflegt.
In den weniger-als-75-Quadratmeter-Kneipen hat der eine oder andere am Samstag sicher nochmal kräftig an der Kippe gezogen und die Lunge geteert. Das wird sich jetzt auch aufhören, weil von gerade mal 38% aller wahlberechtigten Bajuwaren sich 61% an der Urne dagegen ausgesprochen haben, während die Kettenraucher den Sonntag nach dem Fußballspiel lieber mit einem Heringsfrühstück am frühen Nachmittag begannen?
Wie dem auch sei, wer nicht hingeht ist selber schuld. Wenn nur das Geschwafel vom überwältigenden Wunsch der Bürger nicht so permanent nach jeder knappen Wahl gebetsmühlenhaft aus dem Radio käme.
Jetzt geht es gegen Spanien weiter. Drücken wir mal die Daumen.
Montag 28.6.2010
Die Post ist da!
Dieser frohe Ruf erscholl in einer fernen Zeit, in der die Post noch ganze Staaten zusammenhielt, Kaiser und Könige auf- und absteigen ließ, und in der die Besitzer der Postreitereien noch in Burgen wohnten, wenn auch nicht in Südtirol und auf der Steuerflucht.
Die Zeiten haben sich geändert, die Kaiser und Könige haben abgedankt, die modernen Herrscher und deren Untertanen brauchen weder Tinte noch Siegellack, es genügen Handy und/oder PC mit eingebauter Wortergänzungsautomatik und Rechtschreibkorrektur.
So wundert es nicht, daß die gute alte Post sich aus dem Briefsektor zurückziehen möchte, und eher die modernen Geschäftsfelder ins Auge fasst. Etwa das Scannen von Briefen und deren digitale Weiterleitung. Oder das Aussortieren der Pferde und kühnen Reiter, pardon, der gelben Fahrräder und der Postboten.
Seit über 30 Jahren, ja, fast seit Menschengedenken, kommt in der Alten Allee 28 in München Pasing die Post zwischen 8 und 9 Uhr. Gleich in der Frühe wurden also die Umschläge aufgerissen und bearbeitet. Die Katalogwünsche in den Computer eingetragen und versandfertig gemacht, die Bestellungen ausgeführt, die Zahlungseingänge der Vorrauskassenzahler geprüft und die Pakete in den Postausgang gelegt. Der normale Schriftverkehr abgewickelt. Und so fort. Am Nachmittag kam dann die Paketpost und nahm alles mit, das Tagewerk war getan.
Seit einiger Zeit aber bleibt der Briefkasten leer. Erst am späten Nachmittag landet die Post im Eingangskorb. Wir können also erst nach einem weiteren Tag reagieren. Und das soll auch so bleiben.
Es gibt aber eine prima Alternative: selber zur Post fahren, so wurden wir beschieden, und dort aus dem Postfach selber abholen. Die Methode Tom Sawjer ist ja nicht neu, nur ist es bei der Postvariante nicht mit einem Apfel getan, um ein Stück Zaun für den Tom streichen zu dürfen. Auch ein Angelhaken ist zu wenig, um die Post auf diese Weise zu bekommen: das Schließfach muß natürlich gemietet werden.
Mein Vorschlag: zu Beginn der Postreiterei kostete der Transport eines Briefes von Genua nach Augsburg den Gegenwert eines Lehrergehaltes. Zurück zu den Wurzeln!
Montag 21.6.2010
Eine handvoll Wasser
Wer vor dem Südamerikanischen Kontinent in Höhe der Stadt Belem, auf freiem Atlantik, ringsum nur Wellen und Wasser, die Hand ins Meer taucht, oder mit einem Becher schöpft, der wird gewaltig überrascht sein. Das Wasser schmeckt süß! Mitten auf dem Meer!
Dies ist weniger der heißen Sonne und einem daraus resultierenden Sonnenstich geschuldet, nein, die Verantwortung für dieses physikalische Durcheinander trägt der Amazonas.
Wenn auch nicht der längste Fluß der Welt, so ist der Amazonas doch der mächtigste Fluß mit unglaublichen Wassermengen. Und deswegen schmeckt das Meer vor dem Amazonas Delta süß und nicht salzig. Bis zu zweihundert (!) Kilometer weit preßt der Strom sein Süßwasser ins Meer hinaus.
Die Erde ist wunderbar: in der Wüste Lut ist es zu heiß für Bakterien, in Zentralsibirien hat es im Januar im Durchschnitt minus 50 Grad, in Bayern fällt im Juni die Schneefallgrenze auf 1000 Meter. Und wenn das jetzt nicht sofort aufhört, dauerzuregnen, dann dreh ich durch, dann hau ich alles in Stücke, dann kommen die Herren mit den weißen Turnschuhen, und die nehmen mich dann mit, ja, an den Amazonas in die Hitze, in die Sonne, ins Glück. Bis dahin tuts auch das Serotonin in meiner Schokolade.
Hundsmiserabligs Scheißwetter, varreckts, zeFümferl no amoi....... (*geht schimpfend ab*)
Montag 14.6.2010
WM
Mit großem Gebläse, und das sogar wörtlich genommen, begann an diesem Wochenende die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika. Zeitgleich wurden die Vuvuzelatröten in Berlin, Hannover, Hamburg, Köln, Gelsenkirchen oder Dortmund verboten. 35.- € Strafe sind in den 3 letztgenannten Städten ausgerufen.
Während die westliche Welt die iPods in der Lautstärke begrenzt, kommen aus dem südlichen Afrika über die scherzhaft "Uweseelers" genannten Plastikteile bis zu 120 Dezibel an unsere Ohren. Das Gelärme, so Presse, Funk und Fernsehen, ist unerträglich und stört die Übertragung.
Ja, es ist halt anders in der weiten Welt als bei uns. Wir Globetrotter kennen das ja. Und wir kennen auch die wohlmeinenden Ratschläge mancher Landsleute, die dann gerne gegeben werden. Und auch in diesem Falle wird der Oberlehrer aktiv: man müßte und sollte es den Burschen dort sofort verbieten. Und vielleicht auch gleich mal den TÜV da runterschicken, damit Ordnung hinkommt. Und Wiener Schnitzel mit Pommes.
Lassen wir es doch so, wie es ist. Jede Mannschaft wird gleich stark durch den Lärm behindert, und es gibt für den Trainer ja noch das Flaggen-Alphabet. Freuen wir uns doch an der spontanen Freude und Spontaneität, an den bunten Farben und den großen Emotionen. Und an der Freude, Fußball zu spielen, auch wenn man keinen Rasen hat, keine Trikots, nicht mal einen genormten Ball.
Der Tagebuchschreiber wünscht viel Spaß bei der WM und daß unsere Mannschaft, so egoistisch darf ich sein, einen schönen Erfolg erleben darf.
Montag/Dienstag 8.6.2010
Därr Globetrottertreffen
übers lange Wochenende hat unsere Tochterfirma Därr Expeditionsservice ihr 30stes Därr Globetrottertreffen gefeiert.
Mittwoch und Donnerstag hat es Hunde und Katzen geregnet, wie der Engländer sagen würde. Wir mußten die Fahrzeuge schon zum Teil auf die Wiese schleppen. Die 4x4 kamen selbst durch den Schlamm, der Rest aber oft nur hinter dem Bulldog, je tiefer der Schlamm, desto öfter!
Es ließ sich aber niemand abschrecken! Und als Lohn schien ab Freitag dann die Sonne. Die Vorträge waren allesamt nur vom Feinsten. Michael Martin schloß am Samstagabend mit einem Rückblick über "30 Jahre Abenteuer" die Vortragsreihe ab. Für viele, auch für den Tagebuchschreiber, war es ein DejaVue, Bilder aus den alten Zeiten zu sehen, als die ersten Geschäfte entstanden: Därr und Lauche & Maas.
Die größte Überraschung aber gab es in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag: die kleine Henriette wollte auch am Treffen aktiv teilnehmen, und kam gegen 4:00 Uhr im nahen Wasserburger Krankenhaus zur Welt!
Montag 31.5.2010
Biodynamisch
Meine Freunde von der Stiftung Warentest haben wieder zugeschlagen.
Blöd genug, wer "Bio" kauft, die Freunde haben es doch im tollen Labor getestet. Also alles Humbug, beim Discounter isses billiger, Bio ist für Gutmenschen, für Nachhaltigkeitstrottel und weltfremde Ökospinner, die 1/3 mehr berappen für eine schöne Welt. Und das Bio Rapsöl schmeckt holzig, und eigentlich schmecken die Discountersachen sowieso besser, weil da auch ne Menge Geschmacksverstärker drin ist, und Lebensmittelfarben, und man sich schon daran gewöhnt hat, daß die Wurst rosa zu leuchten und wie ein Joghurt zu schmecken hat.
Gesünder ist Bio auch nicht, so die Laboruntersuchungen. Wirklich? Denn ganz am Schluß das verschämte Eingeständnis:
in "Bio" ist kein bis kaum Pflanzenschutzmittel drin - aber beim Discounter ist es ja auch schon viiiiel weniger geworden in den letzten 8 Jahren. Ja super! Die genauen Aussagen mag der geneigte Leser dem Rauschen im Blätterwald entnehmen. In mancher Vorstandsetage war das ein Schenkelklopfer erster Güte.
Unvergessen bei mir auch jener rund 20 Jahre alte Zelttest der Warentester, in dem das Zelt mit der dichtesten Außenhaut ein "mangelhaft" bekam, weil es bei geöffnetem Reißverschluß hineinregnen konnte. 2,5 Kilo wog der Verlierer von VauDe - Gut 5 Kilo wog dagegen der Testsieger, bei dem die Außenhaut keinen so hohen Dichtigkeitswert hatte, aber dank Apsis es auch nicht reinregnen konnte. Vielleicht hätten die Laboranten die beiden Zelte mal auf die Zugspitze schleppen sollen? 2,5 Kilo zu 5 Kilo? Schnee von gestern!
Oder der Verstärker mit der herausragenden Musikleistung. Trotzdem mangelhaft, denn wenn man ihn aufschraubte, besser gesagt zerlegte, war der eingebaute Trafo ungeschützt. Wenn ich mir überlege, wozu Laien mit einem Schraubenzieher fähig sind, dann sind zum Beispiel auch alle Automobile und Computer von vorneherein "mangelhaft". Ich will doch eine sehr gute Musikleistung und keinen elektronischen Märklinbaukasten kaufen.
Mag die Stiftung Warentest testen, was sie mag. Manchmal ist es wirklich gut, manchmal geht es in meinen Augen gewaltig in die Hose. Was mich aktuell ärgert, ist die Mischung aus exakten Labortests, subjektiven Empfindungen und schlagzeilenheischendem Marketing. Warum wird Bio und Nichtbio als gleichwertig bezeichnet, aber ganz am Ende, wenn das Urteil beim Leser schon feststeht, als Trösterle sozusagen, oder um die "Bio" Anwälte zu beruhigen, wird dann noch die Pestizidkarte gezogen? Was soll das? Werden so Sensationen fürs Sommerloch produziert? Oder gehört es schon zum Verbraucherschutz, daß nur das Billigste gerade gut genug ist?
Warum wird dem geschmacksverstärkerbefreiten Bio generell ein schlechterer Geruch und Geschmack angedichtet? Oder ist das alles ein internes Problem der Tester? Denn im Gegensatz zu der landläufigen Meinung, Naturwissenschaften seien, anders als bei den Geisteswissenschaften, klar definiert in Aussage und Methodik, so beweisen doch handfeste Expertenstreitereien jeden Tag, daß auch unter den Laboren erbittert um Sicht- und Interpretationsweisen gekämpft wird. Vielleicht mag ja einer kein Bio oder keine Grünen. Er muß es ja nicht essen. Das Biofutter, nicht Frau Roth.
Daß man im Labor die Dicke eines Kochgeschirrs messen kann, die maximale Hitze einer Kocherflamme, und auf die Nanosekunde genau das Erreichen des Siedepunktes, das ist mir klar. Daß alle diese Labor-Werte aber in der Praxis bei minus 10 Grad im Schneegestöber nicht mehr gelten, das habe ich erlebt.
Aber vielleicht müssen die Warentester auch ab und an mal mit Getöse aufs Blech hauen, damit sie keiner vergißt.
Ich weiß es nicht. Der Gewinn ist laut Focus online ja etwas eingebrochen, aber dafür gibts vom Staat ja bis 2012 schnell mal 50 Millionen Zuschuß ins Stiftungsvermögen.
Montag/Dienstag, 24/25.5.2010
Abstandswarner
Ein Ferienbeginn ist immer eine gute Möglichkeit, die Sitten im Straßenverkehr zu beobachten. Mit Kind und Kegel (sehr oft auch mit Hund), sitzen Menschen in seltsamer Haltung auf engem Gestühl in einem stinkenden Ding, das wie von Zauberhand (und dabei fast wie ein Blechzelt aussehend) rasch dahinfährt.
Auf den langen Steinbändern gibt es Stellen, da halten diese "Autos" genannten Teile, und die Insassen laufen schnell in eine gemauerte Stube, die Männlein nach rechts, die Frauen in die Warteschlange nach links. Wer wieder herauskommt, setzt sich auf Bänke aus Holz und saugt an einem brennenden Stäbchen, das an den Mund geführt wird, immer kürzer abbrennt, und zum Schluß, als Stummel, und ehe man wieder in diese rollenden Blechdinger steigt, dann am Boden zertreten wird.
Der Tagebuchschreiber mußte, der Not gehorchend, nicht dem inneren Triebe, an dieser Pfingstprozession zum Glück nur wenige Kilometer teilnehmen. Dabei kam wieder ins Bewußtsein, daß ja dieses neue Abstands-Brems-Assistenz-und-sonstwas-System eines großen Automobilherstellers kürzlich vorgestellt wurde. Leider rauschte der Testwagen bei der Pressevorführung ungebremst unter den Demonstrationslastwagen. Das nennt man dann einen Marketing-Gau.
Aber auch ohne diese moderne Technik müssen Auffahrunfälle nicht in unerreichbare Sphären rücken! Es genügt, wenn Papa die volle 2 PS Überlegenheit ausspielen, und mit den 120 Familien-PS an der feindlichen 118 PS Blechhütte vorbeiziehen will. Dem zögerlichen Vordermann wird dann auf die Pelle gerückt, daß die Wochenendausgabe der Süddeutschen Zeitung zwischen den Stoßstangen eingeklemmt werden könnte.
Klappt das Manöver nicht, bleiben in der Folge alle zwangsläufig stehen, und kommunizieren nach einer Weile zwischen ihren Blechbuden.
Das heißt dann Stau, und solche, oder ganz andere Gedanken gehen einem dann durch den Kopf. Keine Angst, es geht auch wieder weg.....
Montag, 17.5.2010
Hot Spott
Und wieder ein verzweifelter Versuch, gewohnte Ordnung und Rechtssicherheit in den Moloch Internet zu bringen. Irgendein Musikverlag klagt, irgendein Richter entscheidet, und die Wellen schlagen hoch.
Solange man nicht dokumentiert, wer am Rechner saß, bringt das doch alles nichts. Erst wenn die lückenlose Überwachung der Staatsbürger a la Orwell funktioniert, erst dann kann der Richter den Täter zweifelsfrei bestimmen und überführen.
Aufgrund dieses Urteils wird wieder die große Menge der Ehrlichen und Anständigen wegen einer kleinen Gruppe in die Schranken gewiesen. Nichts mehr mit Internetcafe oder HotSpot (also frei benutzbarem Internetanschluß) am Bahnhof, im Flughafen in den Städten, auf dem Campingplatz. Aus der Servive der Bahn im ICE.
Dafür haben wir die Rechtssicherheit, daß das Schlitzohr nun sein WLan verpasswortet, und dann frech behauptet, es gar nicht gewesen zu sein, sondern einen unbekannten Besucher des Geburtstagsfestes herbeifabuliert, so, wie man es ja auch bei der Radarkontrolle macht, wenn man keine Eier in der Hose hat und daher nicht zu seinem Blödsinn steht.
Ich fand es unterwegs sehr nützlich, Informationen aus dem Netz zu holen, und waren es auch nur Fahrpläne oder Öffnungszeiten. Und jetzt? Ach so, ich soll mein Handy neu ....., und dann ins Internet......?
Drum hat keiner laut gezetert! Laß kosten! Aha, jetzt hab ich vestanden.
Montag, 10.5.2010
2 mal 2 ist 5 oder so - Analystengeschwätz
Derzeit wird unsere kleine München-Pasinger Vorstadt groß aufgewertet. Ein gigantisches Einkaufsareal, ein strahlender Magnet ist am entstehen. Die Pasing Arcaden. So wird der neue Konsumtempel genannt.
Auf der Website des Essener Immobilien-Managements MFI AG wird es genau erklärt: Unter der Rubrik "Einkaufsgebiet" wird eine Karte gezeigt, hinterlegt durch die einen elliptischen blauen Kreis. Fast am rechten Rand des Kreises ist Pasing, am linken Rand, also rund 6 cm von Pasing entfernt, dort ist die Stadt Fürstenfeldbruck eingezeichnet. Mit dem Auto sind das rund 25 km.
Nun werden 450 000 Einwohner herbeigerechnet, und daß das "einzelhandelsrelevante Nachfragevolumen im Einzugsgebiet" bei 2,6 Milliarden Euro liegt. Das freut die Investoren.
Natürlich wird in Zukunft kein Einwohner aus dem Münchner Innenstadtbereich nach Pasing kommen, das zeigt ja schon die blaue Fläche, die bei Pasing in Richtung München endet. Das freut den Stadtrat, möchte er doch die Innenstadt von den oben genannten 450 000 Käufern entlasten, aber keine Kunden verlieren.
Nicht ganz 6 Kilometer von Pasing in Richtung Westen liegt die westliche Münchner Stadtgrenze beim Gut Freiham. Vor 2 Wochen konnte man in der Süddeutschen Zeitung lesen, das obige MFI AG für die geplanten Freiham Arcaden in den Startlöchern steht. Müssen die oben gezählten 450 000 Einwohner nun doppelt einkaufen? Oder sind es nun plötzlich nur noch 125 000 Kaufinteressenten in Pasing? Oder wie?
Warum den Tagebuchschreiber dies zu einem Artikel im Tagebuch angeregt hat? Mich beunruhigt, wieviel Macht diese analytischen Kaffeesatzleser haben. Hier wird etwas doch ganz auffällig schöngerechnet, indem man die Einwohner gleich doppelt verteilt. Oder man bietet nur wirkungsvoll aufbereitete Fakten und jeder, der mehr darin sieht, ist selber schuld?
Andere Analysten haben zwar Lehmann Brothers nicht kommen sehen, aber dafür wissen sie angeblich ganz genau, wie es in Europa weitergeht. Die Milliarden wirbeln durch die Luft, die Zocker werden zur Bedrohung, und die Analysten beherrschen die Szene. Und wo hört die Scharlatanerie und die Gefälligkeit auf, und wo fängt die wissenschaftliche Aufarbeitung von Fakten an?
Montag 3.5.2010
Heute kein Eintrag wegen Zahnarzt.
Feiff Fähne!
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